Hannover Messe 2026: „Deutschland muss die Lokomotive sein“

Samba im Regen

Gestern Abend gaben Bundeskanzler Friedrich Merz und der Präsident Brasiliens Luiz Inacio Lula da Silva den Startschuss für die Hannover Messe 2026. Heute öffnet die Messe bei sechs Grad und Regen die Tore für das Publikum. Mehr als 3.000 Aussteller aus Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie zeigen ihre Neuheiten. Erstmals ist Defense mit einem eigenen Themenschwerpunkt vertreten. Das Partnerland ist in diesem Jahr Brasilien. 

Auch wir sind dabei: Tim Höttges hält eine Keynote zu digitaler Infrastruktur. Ferri diskutiert mit NVIDIA und SIEMENS auf dem Podium über unsere KI-Fabrik. Und Elke Anderl nimmt an einem Leaders Dialogue teil zu den Voraussetzungen für ein verteiltes KI-Ökosystem. Außerdem sind wir an Partnerständen vertreten: etwa bei Industrie 4.0 mit Catena-X, 8ra und ROX und beim Stand von Wandelbots.

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Eingangsbereich der Ausstellungshalle. Über den Türen hängt ein Banner: „Willkommen zur Hannover Messe 2026.“

„Wir werden vorne mitspielen“ 

In Tim Höttges‘ Keynote ging es um industrielle Stärke durch digitale Infrastruktur. Im Fokus: KI – insbesondere im industriellen Umfeld. Europa und Deutschland hätten alle Voraussetzungen, um eine führende Rolle einzunehmen, sagte Höttges. Und: Alle Unternehmen seien aufgefordert, die neuen Möglichkeiten auch zu nutzen. Viele Herausforderungen ließen sich mit KI besser lösen. Dies erfordere jedoch nicht nur die passenden Anwendungen, sondern auch, Prozesse in Unternehmen neu zu gestalten und auf KI vorzubereiten. Zugleich forderte Höttges die Verantwortlichen in der Industrie auf, die Auswirkungen von KI auf Menschen im Blick zu behalten. 

„Wo KI und Souveränität zusammenkommen, entsteht Fortschritt“, sagte Höttges weiter. „Deutschland hat alle Voraussetzungen dafür: eine starke industrielle Basis, Ingenieurskunst und die Fähigkeit, Produktion mit neuesten Technologien zu verbinden. Wenn wir das konsequent tun, wird Deutschland nicht nur mit den anderen mithalten. Wir werden vorne mitspielen.“ 

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Tim Höttges während seiner Keynote Rede bei der Hannover Messe

„Deutschland muss die Lokomotive sein“

Bundeskanzler Friedrich Merz, SAP-CEO Christian Klein, Siemens-CEO Roland Busch und Telekom-Chef Tim Höttges wiesen noch einmal auf die Wichtigkeit industrieller KI hin und bekräftigten ihren gemeinsamen Schulterschluss für die Initiative „Made for Germany“. Zuvor hatte Kanzler Merz in seiner Rede betont: „Wir wollen Europa voranbringen und Deutschland muss die Lokomotive sein.“ Es sei nicht zu spät. „KI ist da, ob wir wollen oder nicht. Und im Mittelstand liegt wahrscheinlich der größte Nutzen von KI. Ich spüre den Geist auf der Messe: Jetzt erst recht!“

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Bundeskanzler Friedrich Merz, SAP CEO Christian Klein, Siemens CEO Roland Busch, und Telekom CEO Tim Höttges

Industrial AI Cloud – Geschwindigkeit zählt

Auf der Center Stage diskutierte Ferri gemeinsam mit Rev Lebaredian, Vice President Omniverse and Simulation Technology bei NVIDIA, und Horst J. Kayser, CEO Factory Automation bei Siemens, über unsere Industrial AI Cloud. Europas erste industrielle KI-Cloud entwickelt ein neues Betriebssystem für die Industrie, bei dem digitale Zwillinge und KI-Agenten kontinuierlich aus der realen Produktion lernen und Verbesserungen in Design, Engineering und Betrieb zurückfließen. Das Trio unterhielt sich auch darüber, wie Industrieunternehmen die gemeinsame Cloud-Basis nutzen können, um von isolierten Pilotprojekten zu KI-gestützten, vernetzten Fabriken zu wechseln – und dabei die europäische Datensouveränität, Sicherheit und regulatorische Compliance zu bewahren. Das Fazit: Die KI-Fabrik kann zum Gamechanger für den gesamten Industriesektor werden. Entscheidend ist die Geschwindigkeit der Umsetzung. Denn klar ist: Wer zögert, riskiert, im Wettbewerb um industrielle KI und die daraus entstehende Wertschöpfung den Anschluss zu verlieren. Moderiert wurde das Panel übrigens von Maja-Olivia Himmer, AI & Sovereignty Strategy Lead bei T-Systems.

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 Moderiert von Maja-Olivia Himmer wird Ferri gemeinsam mit Rev Lebaredian, Vice President Omniverse and Simulation Technology bei NVIDIA, sowie Horst J. Kayser, CEO Factory Automation bei Siemens, über unsere Industrial AI Cloud sprechen.

8ra – die offene, interoperable Infrastruktur

Ferri besuchte auch unsere Partnerstände. Beim Messeauftritt von Industrie 4.0 waren wir unter anderem mit 8ra vertreten – einer europäischen Initiative zum Aufbau einer souveränen, offenen und interoperablen Cloud- und Edge-Infrastruktur. Unser Beitrag ist eine Plattform, die Unternehmen dabei unterstützt, ihre IT-Landschaften zu modernisieren und zukunftssicher aufzustellen. Die automatisierte, modulare Architektur von 8ra ermöglicht das schnelle Bereitstellen und den sicheren Betrieb von Anwendungen – unabhängig davon, ob sie in der Private, Public oder Hybrid Cloud laufen.

Für Kunden bedeutet das mehr Flexibilität, kürzere Innovationszyklen und höhere Skalierbarkeit. Die Standardisierung und Automatisierung der Betriebsprozesse reduziert Kosten und steigert Qualität sowie Stabilität der Services. Gleichzeitig erfüllt die Plattform hohe Anforderungen an Sicherheit und Compliance – besonders wichtig für regulierte Branchen.

Metaverse für den Mittelstand

Hand drauf: Dirk Keller, Geschäftsführer EDAG Production Solutions, und Ferri besiegeln auf der Hannover Messe den Vertrag über T Cloud Public und Industrial AI Cloud. Der Engineering-Dienstleister für Automotive, Verteidigung, Industry und Public Solutions betreibt künftig seine Industrial-Metaverse-Plattform „metys“ auf unserer T Cloud Public und nutzt zusätzlich die Industrial AI Cloud. Beides sichert Daten- und Betriebssouveränität nach europäischen Standards und erleichtert dem industriellen Mittelstand den Zugang zu moderner Hardware wie NVIDIA-Technologien für Hochleistungsrechnen, KI-Training und Simulation.

Die Plattform metys verbindet virtuelle Produktentwicklung und physische Produktion zu einem digitalen Ökosystem und schafft die Basis für durchgängige, KI-gestützte Prozesse. Sie vereint Simulations-, Analyse- und KI-Modelle in einer zentralen Umgebung. EDAG bietet darüber künftig Lösungspakete an, um dem Mittelstand Kapazitäten in der Industrial AI Cloud zugänglich zu machen.

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Dirk Keller (EDAG) und Ferri Abolhassan

Roboter mit der Industrial AI Cloud trainieren 

Besuch beim Kunden Wandelbots. Katharina Jessa, Chief Revenue Officer, gibt positives Feedback zur Industrial AI Cloud. Das Dresdner Technologieunternehmen verkauft Softwarelösungen für industrielle Robotik und Automatisierung. Im Zentrum steht die Idee, Robotik nicht mehr isoliert zu denken, sondern als Teil eines vernetzten Ökosystems. Mit der Industrial AI Cloud bündelt Wandelbots jetzt Daten aus unterschiedlichen Produktionsumgebungen, analysiert sie und nutzt sie in Echtzeit. Wandelbots kann so Trainingsdaten für Roboter zentral bereitstellen und kontinuierlich verbessern. So lassen sich Bewegungsabläufe optimieren, ohne jede Anlage einzeln programmieren zu müssen. Für Anwender bedeutet das: kürzere Inbetriebnahmezeiten, geringere Kosten und eine deutlich vereinfachte Integration von Automatisierungslösungen.

Mehr KI-Power für Deutschland

Auch der Promotion-Truck für unsere KI-Fabrik darf auf der Leitmesse der Industrie nicht fehlen. Direkt vor der Center Stage in Halle 25 macht er die Besucher auf die KI-Power der Industrial AI Cloud aufmerksam.

Empowering Industrial AI

Mit etwas Verspätung hat auch die Sonne den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt gefunden – passend zum Partnerland Brasilien. Und damit herzlich Willkommen zum zweiten Tag auf der Hannover Messe. Im Mittelpunkt heute steht der Leaders‘ Dialogue mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, an dem auch Elke Anderl teilnimmt. Titel der Veranstaltung: Empowering Industrial AI.

Jetzt loslegen

Europa kann Industrial AI. Aber nur, wenn wir die Voraussetzungen schaffen – jetzt. Das war der Kern des Panels, an dem Elke Anderl, Chief Commercial Officer von T-Systems, im Rahmen des Leaders' Dialogue auf der Center Stage in Halle 25 teilgenommen hat. Mit ihr auf der Bühne waren Johannes Hoffart, CTO AI, SAP SE und Stephan Ilaender, Field CTO, STACKIT sowie Moderatorin Astrid Frohloff. „Wir müssen ein offenes Daten-Ökosystems schaffen, an dem sich alle beteiligen können, egal ob große Unternehmen oder Start-ups. Wirklich wichtig ist, dass wir jetzt loslegen, mit der Infrastruktur, die da ist. Und da sind alle eingeladen, sich zu beteiligen“, so Elke.

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Elke Anderl, Johannes Hoffart, CTO Al, SAP SE, Stephan Ilaender, Field CTO, STACKIT hand panel host Astrid Frohloff
 

Roboter brauchen Daten

Beim Solution Lab Forschung & Technologietransfer tauschten sich Experten zum Forschungsprojekt RoX aus. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt. Ein Konsortium von 22 Firmen hat zum Ziel, ein digitales Ökosystem für KI-basierte Robotik in der Praxis zu entwickeln – skalierbar und innovativ. 

T-Systems ist seit Projektbeginn im September 2024 dabei. Christoph Schlueter-Langdon moderierte die Runde aus sieben Experten von ABB, roboception, SOTEC, intrinsic, DLR und VDMA. Die Partner waren sich einig: Die nächste Generation der Robotic wird auf Künstlicher Intelligenz basieren. KI braucht viele Daten. Das Teilen von Daten fällt Unternehmen jedoch enorm schwer. Zu groß ist die Angst sensible Informationen weiterzugeben. Die Lösung muss daher peer-to-peer erfolgen – über Infrastrukturen wie das Cloud-Kontinuum 8ra und den Datenraum Catena-X. 

 
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Christoph Schlueter-Langdon moderierte die Runde aus sieben Experten von ABB, roboception, SOTEC, intrinsic, DLR und VDMA.

Den Dienst wagen

Erstmals war auch die Verteidigungsbranche stärker vertreten. In Halle 11 machte die Bundeswehr mit Sportwagen im Tarnfleck und Helikopter aufmerksam auf Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr. In Halle 26 stellten rund 40 Unternehmen auf 1.200 Quadratmetern ihre Angebote zur Produktionstechnik für die Rüstung aus. 

Hinweis: Der „Dienstwagen“ gehört nicht zur persönlichen Ausrüstung 😉 

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In Halle 11 machte die Bundeswehr mit Sportwagen im Tarnfleck und Helikopter aufmerksam auf Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr.

Katherina Reiche zu Besuch

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche besuchte den Stand von Industrie 4.0 und informierte sich über Projekte aus dem IPCEI-CIS-Programm. IPCEI steht für Important Projects of Common European Interest und CIS für Cloud Infrastructure and Services. IPCEI ist das zentrale Projekt der Europäischen Union, um die digitale Souveränität Europas zu stärken. Über 150 Partner arbeiten gemeinsam daran, ein leistungsstarkes und nachhaltiges Multi-Provider-Cloud-Edge-Kontinuum für Europa aufzubauen. 

Und genau dabei ist die Telekom federführend in Deutschland beteiligt. Das Projekt heißt „EdgeConnect“. Elke Anderl repräsentierte beim Standbesuch der Wirtschaftsministerin die Telekom und begleitete den Rundgang. 

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Bundesministerin für Wirtschaft Katherina Reiche mit Elke Anderl während eines Rundgangs über die Messe

„Adeus“ und „Hola“ 

Das war’s live von der Hannover Messe 2026. Die Weltleitmesse der Industrie läuft noch bis Freitag. Rund 3.000 Unternehmen haben 14.000 Lösungen präsentiert. Die Messe erwartet etwa 130.000 Besucher. Das Gastland Brasilien übergibt den Staffelstab an Spanien. Adeus Brasil, hola España. 

Albert Hold
Albert Hold

T-Systems Communications

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