AIAG Catena-X SOD Detroit 2026: AIAG-Konferenz & Supplier-Onboarding-Tag

Von Pilotprojekten zur Anwendung

Auf der ersten, ausverkauften Catena‑X Konferenz der AIAG und dem 3. Catena‑X Supplier Onboarding Day in Detroit war die zentrale Botschaft klar: CX entwickelt sich in Nordamerika von Pilotprojekten hin zur breiten Anwendung.

Als weltweit erstes Datenökosystem der Automobilindustrie nutzt CX dezentrale Dataspace-Technologie – ein „Internet für Daten“ –, um drängende Herausforderungen der Branche zu adressieren, wie z. B. Qualitätskosten, Batteriepass-Berichterstattung und Nachhaltigkeits-Compliance. Doch die eigentliche Bedeutung geht über den Austausch von Automobildaten hinaus. Jedes Unternehmen muss sich auf digitale Transformation, generative und physische KI sowie digitale Zwillinge vorbereiten. Die „unangenehme Wahrheit“ ist dabei einfach: KI und digitale Transformation sind Datenprobleme. Kritische Daten sind weiterhin über Systeme, Silos, Unternehmen und Lieferketten hinweg fragmentiert. Dennoch möchten nur wenige Führungsteams das Gespräch mit Themen wie Semantik, Ontologien oder Datenfundamenten beginnen (Davenport & Tiwari 2024). Catena‑X hilft dabei, diese Herausforderung greifbar, businessorientiert und umsetzbar zu machen.

Bild1Abbildung 1: Magna COO John Farrell über Catena‑X als praxisnahe Antwort auf die digitale Transformation

Was würden Sie ohne Catena‑X tun?

Ein zentrales Highlight der Konferenz war die Keynote von Magna COO John Farrell über die digitale Transformation bei Magna. Aus C‑Level-Perspektive war seine Botschaft klar: Digitale Transformation erfordert Datenbereitschaft – und Catena‑X macht diese Transformation praktikabel, indem es Unternehmen hilft, fragmentierte Daten in vertrauenswürdige, nutzbare und unternehmensübergreifende Datenflüsse zu überführen, ohne Jahre in abstrakte Grundlagenarbeit investieren zu müssen. CX ermöglicht dies durch:

  • Ein vertrauenswürdiges, Web3-orientiertes Datennetzwerk: Dezentrale, Peer-to-Peer-Datenfreigabe mit Schutz geistigen Eigentums, Governance und internetähnlicher Resilienz (Guggenberger et al. 2025)
  • Einsatzbereite Use Cases: Von der Rückverfolgung fehlerhafter Teile bis hin zur Verfolgung und Optimierung des Product Carbon Footprint
  • Schnelle Proof Points: Sichtbare Geschäftsergebnisse innerhalb von Wochen oder Monaten statt Jahren
  • Einen skalierbaren Lieferantenpfad: Klein anfangen, Wert nachweisen und anschließend entlang der automobilen Wertschöpfungskette skalieren

Das macht Catena‑X über Compliance oder Reporting hinaus relevant. Es bietet einen strukturierten Weg zur Verbesserung von Datenverfügbarkeit, -qualität, -vertrauen und Interoperabilität – genau die Grundlagen, die für generative und physische KI sowie verlässliche digitale Zwillinge erforderlich sind.

Bild2Abbildung 2: Eindrücke von der AIAG-CX Konferenz

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Abbildung 3: Eindrücke vom CX Supplier Onboarding Day

Supplier Onboarding: Sechs sofort einsetzbare Anwendungsfälle

Der zweite Catena‑X Supplier Onboarding Day, der am Tag nach der AIAG Catena‑X Konferenz stattfand, konzentrierte sich darauf, die Einführung praktischer CX-Anwendungsfälle bei Lieferanten anzustoßen. Ein voll besetzter Saal von Automobilzulieferern erhielt Einblicke direkt von frühen Anwendern und Implementierungspartnern von BMW, Ford, DENSO, Flex, iPoint und Mira. Vorgestellt wurden sechs sofort einsetzbare CX Use Cases:

  • Datenaustausch zum Product Carbon Footprint (PCF): präsentiert von Pramita Mitra, André K. und Matthias H. von Ford gemeinsam mit Nicole Stevenson von Flex
  • PCF-Berechnung: eine vertiefte Darstellung von Karin Mostler von iPoint
  • Rückverfolgbarkeit, digitale Zwillinge und Qualitätssperrmeldungen: präsentiert von Sarah Litterst, Sebastian Dorner und Jan Krausse von BMW
  • Qualitätsmanagement: präsentiert von Maria Udeata (Ford) und Jim Medlow (Flex), mit Fokus auf die Nutzung von OEM‑Telematikdaten zur Beschleunigung von Root-Cause-Analysen bei Tier‑1‑Lieferanten
  • Produkt- und Batteriepass: präsentiert von Xu Xi, Roger Berg und [dritter DENSO-Referent] von DENSO
  • Demand & Capacity Management (DCM): präsentiert von Katharina Zipse von Mira

Die zentrale Botschaft: Lieferanten müssen nicht mit einer abstrakten Datenstrategie beginnen. Sie können direkt mit konkreten Geschäftsproblemen, erprobten Anwendungsfällen und einem strukturierten Onboarding-Ansatz starten.

Zentrale Erkenntnisse und Danksagung

Catena‑X ist nicht nur ein Modell für den Datenaustausch in der Automobilindustrie. Es ist ein Adoptionsmodell dafür, wie sich Unternehmen auf die nächste Welle der digitalen Transformation vorbereiten können. Die AIAG-Veranstaltungen haben gezeigt, dass Datenbereitschaft dann handlungsfähig wird, wenn drei Elemente zusammenkommen:

  1. Ein vertrauenswürdiges Netzwerk für sicheren, gesteuerten Datenaustausch
  2. Konkrete Use Cases mit messbarem Geschäftswert
  3. Ein skalierbares Onboarding-Modell für Lieferanten entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Vielen Dank an AIAG – insbesondere Matt Pohlman, Kevin Piotrowski und Bing Xu – für die Organisation; an Catena‑X – darunter Hanno Fokken und Jan Kronschnabel – für die Unterstützung; sowie an das Organisationsteam unter der Leitung von T‑Systems International mit starker Unterstützung von BMW, Ford, Flex, DENSO, iPoint und Mira. Besonderer Dank gilt auch dem Team von Deutsche Telekom | T‑Systems International, darunter Luca Loeffler, Andrea Garcia, David Brown, Alejandro Martinez … sowie unseren AI-Data Unit-Leitern Magdalena Jonczak und Sven Löffler.

Deep Dive: Erkenntnisse, Lessons Learned, Business Impact

Referenzen

Davenport, T. H., and P. Tiwari. 2024. Is your company’s data ready for generative AI? Harvard Business Review (April), link

Guggenberger, T. M., C. Schlueter Langdon, and B. Otto. 2025. Data Spaces as Meta-Organisations. European Journal of Information Systems, January: 822-842, link

Chris S. Langdon
Chris S. Langdon

Business Lead, Data Analytics Executive, Catena-X Product Manager

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