Die Cloud für Europa – GaiaX

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US-Konzerne verfügen über eine Monopolstellung im Cloud-Geschäft. Damit Europa unabhängig von diesen Konzernen agieren kann, planen Deutschland und Frankreich eine Cloud, deren Server in Europa stehen: GaiaX. Die Cloud soll gemeinnützig sein, Datensouveränität steht im Vordergrund.

Die Cloud soll die Möglichkeit bieten, Daten einfach und schnell untereinander auszutauschen. Möchte ein Kunde also beispielsweise von einem Internet-Netzwerk zum anderen Internet-Netzwerk wechseln, können seine gesamten Daten übertragen werden – aufwand- und verlustfrei. Die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen soll dadurch beendet werden, so Wirtschaftsminister Altmaier.

Die Deutsche Telekom arbeitet seit 2017 an souveränen Datenplattformen. Deshalb wirken auch Experten der Telekom bei dem Projekt GaiaX mit. Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Telekom, erklärt GaiaX in folgendem Video:

 

GaiaX geht in die nächste Runde

Anfang Juni schlossen sich 11 Unternehmen aus Frankreich und Deutschland GaiaX zusammen, um GaiaX weiterzuentwickeln – auf gemeinnütziger Basis. Anfang 2021 soll GaiaX in ca. 300 Unternehmen als Prototyp implementiert werden. Aktuell wirken Unternehmen wie SAP, die Deutsche Telekom oder Siemens federführend bei der Projektrealisierung mit. Bisher wurden Pläne zu Dateninfrastruktur und technischer Architektur entwickelt. Anforderungen und Regeln wurden ausgestaltet. Anwendungsfälle können beispielsweise das autonome Fahren oder intelligente Energienetze sein.

Souveränität und Transparenz als Standards

Durch souveräne Datenhandhabung in Europa soll Vertrauen in die Dateninfrastruktur geschaffen werden. Altmaier sowie der französische Wirtschaftsminister, Bruno Le Maire, möchten mit GaiaX einen Standard setzen, der international zum Einsatz kommen soll – mit europäischen Regeln und Werten. So könne auch dem internationalen Wettbewerb standgehalten werden. Auch die Expertise von Unternehmen wie Amazon AWS oder IBM wird herangezogen. Eine Integration internationaler Anbieter in GaiaX erfolgt jedoch nur, wenn Transparenz über die Datenhandhabung gewährleistet ist. Ein vollständiger Umzug der Daten eines Anbieters zum anderen muss dabei immer möglich sein.

GaiaX-Standards schon jetzt verfügbar

Die Deutsche Telekom setzt mit dem Data Intelligence Hub schon jetzt die Anforderungen an Datensouveränität um. Höchste Sicherheitsstandards werden beim Austausch von Daten auf dem DIH gewährleistet. Dabei werden die Daten dezentral gespeichert. Die implementierte Referenzarchitektur liefert die International Dataspaces Association. Auch GaiaX soll diese Architektur nutzen. Zusätzlich gewährleistet der Data Intelligence Hub die Einhaltung aller rechtlicher Standards. Damit steht die Plattform schon heute dem Projekt GaiaX sehr nahe.

Chris S. Langdon
Chris S. Langdon

Business Lead, Data Analytics Executive, Catena-X Product Manager

Luca Löffler
Luca Löffler

Technical Expert for Data Economy

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