Wissen im Dialog: KI-Agent ersetzt aufwendige Recherche
„Organisationen leiden nicht an Datenmangel, sondern daran, dass ihre Informationen in getrennten Systemen liegen“, sagt Sven Giesselbach, AI-Experte bei T-Systems. „Mit ‚Talk to your data‘ verbinden wir diese Datenquellen und machen das Wissen eines Unternehmens direkt per Chat zugänglich.“ Statt Datenbanken, Tabellen und Dokumente einzeln zu durchsuchen, stellen Mitarbeitende ihre Fragen in natürlicher Sprache. Der KI-Agent analysiert die Anfrage, durchsucht automatisch die relevanten Systeme und liefert innerhalb von Sekunden eine strukturierte und nachvollziehbare Antwort – auf Wunsch auch mit Diagrammen oder Visualisierungen. Damit verändert sich der Zugang zu Unternehmenswissen grundlegend: Aus aufwendiger Recherche wird ein direkter Dialog mit den vorhandenen Daten.
Landkarte des Unternehmenswissens
Herzstück der Lösung ist ein sogenannter Ontology Layer – eine semantische Schicht, die unterschiedliche Datenquellen miteinander verbindet. Sie schafft gemeinsame Bedeutungen zwischen Informationen, auch wenn diese in verschiedenen Systemen unterschiedlich bezeichnet sind. „Gemeinsam mit den Unternehmen bauen wir diese Ontology auf und verknüpfen damit die relevanten Datenquellen“, erklärt Giesselbach. „So entsteht eine Art Landkarte des Unternehmenswissens, auf deren Basis KI-Agenten die passenden Informationen finden, kombinieren und verständlich aufbereiten können.“
Praxistest im Klinikalltag
Besonders deutlich wird der Nutzen in komplexen Umgebungen wie Krankenhäusern. Dort liegen Diagnosen, Laborwerte, Medikationspläne und Arztbriefe häufig in unterschiedlichen Systemen. Mit „Talk to your data“ können Ärztinnen und Ärzte diese Informationen direkt abfragen. Eine Anfrage genügt, um beispielsweise alle Diagnosen einer Patientin abzurufen oder den Verlauf von Vitalwerten über mehrere Monate hinweg grafisch darzustellen.
Die KI analysiert dabei auch Zusammenhänge zwischen Datenquellen und kann auf mögliche Inkonsistenzen hinweisen, etwa wenn ein Laborwert nicht zur dokumentierten Therapie passt. „Der Agent stellt automatisch mehrere Anfragen an verschiedene Systeme, bewertet die Ergebnisse und prüft, ob weitere Quellen relevant sein könnten“, sagt Giesselbach. „So erreichen wir eine Genauigkeit, die auch im sensiblen medizinischen Umfeld zuverlässig nutzbar ist.“
Messbare Effizienzgewinne
Die ersten Anwendungen zeigen deutliche Produktivitätseffekte. In einem Projekt im öffentlichen Sektor, bei dem umfangreiche Vermerke recherchiert und erstellt werden mussten, reduzierte sich der Zeitaufwand erheblich. „Was zuvor rund sechs Stunden dauerte, lässt sich mit dem intelligenten Assistenten heute in weniger als einer Stunde erledigen“, berichtet Giesselbach. Neben der Zeitersparnis profitieren Organisationen auch davon, dass allein durch eine intuitive, dialogbasierte Interaktion gesuchte Informationen aus verschiedenen Quellen konsistent zusammengeführt werden.
Souveräne Infrastruktur für die nächste KI-Generation
„Talk to your data“ läuft auf der Agentic-AI-Plattform von T-Systems und nutzt deren AI Foundation Services. Diese stellen Modelle, Infrastruktur und Sicherheitsmechanismen bereit. Darauf aufbauend übernimmt „Talk to your data“ das Wissensmanagement über die Chatfunktion.
Datensouveränität ist ein zentraler Bestandteil der Lösung. T-Systems betreibt „Talk to your data“ vollständig in der eigenen Cloud-Infrastruktur, sodass sensible Informationen die geschützte Umgebung nicht verlassen. „Unternehmen können die Möglichkeiten moderner KI nutzen, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Datenschutz einzugehen“, betont Giesselbach. Für die notwendige Skalierung sorgt die Industrial AI Cloud, die sowohl große Sprachmodelle als auch spezialisierte, effizientere Modelle unterstützt.
Dass dieser Weg dem Markttrend entspricht, zeigen aktuelle Analysen von Deloitte, Gartner und CIO.com: Bis Ende 2026 werden rund 40 Prozent aller Unternehmensanwendungen KI-Agenten einsetzen – vor allem spezialisierte Modelle, die bis 2027 dreimal häufiger genutzt werden sollen als große, vortrainierte Sprachmodelle wie GPT-4.
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